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KI und agiles Arbeiten: Datenmanagement neu gedacht

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Wie das Entwicklungsressort der PAG Weissach mit einer cloudbasierten Plattform riesige Datenmengen zähmte.

Porsche ist weltweit vor allem wegen seiner leistungsstarken Sportwagen bekannt. Diese eignen sich nicht nur für die Rennstrecke, sondern bestechen auch auf der Straße mit Eleganz und bieten neben ihrer Alltagstauglichkeit einen unverwechselbaren Fahrspaß – allen voran der legendäre Porsche 911.

Das Entwicklungsressort Weissach stellt seit 1971 das Innovationszentrum und den Thinktank für neue Porscheprojekte und die Grundlage für den globalen Erfolg der Marke dar. Hier werden erste Prototypen entworfen und erstellt, Aerodynamik, Sicherheit, Akustik und Elektronik geprüft sowie neue Antriebssysteme, Lenkungen und Fahrwerke entwickelt. Dabei verbindet das Entwicklungsressort traditionelle manuelle Handwerksarbeit mit moderner technologischer Ausstattung.

Um die rasant steigende Komplexität sowie Variantenvielfalt zu beantworten und den außerordentlichen Qualitätsstandard, für den Porsche bekannt ist, weiterhin zu gewährleisten, ist auch ein noch effektiveres und effizienteres Versuchs- und Messdatenmanagement erforderlich.


Potenzial des unaufhaltsamen Datenflusses nutzen

Wirtschaftlicher Standard sind vielerorts allerdings die dezentrale, kostspielige und manuelle Datenspeicherung und Verwaltung sowie begrenzter Speicherplatz, was zu ineffizienten Arbeitsabläufen führt. Einer solchen Situation wollte Porsche unbedingt vorbeugen. Hinzu kommen hohe Anforderungen für eine sichere Datenarchivierung, deren Erfüllung Zeit und Konzentration erfordert.

Ebenso spielt die Anwendbarkeit von Methoden der KI und Machine Learning eine wichtige Rolle, um das volle Potenzial der wertvollen Daten auszuschöpfen. Die PAG Weissach suchte also nach einer optimalen Lösung zur Erfüllung all dieser Kriterien und nach einer Plattform, die eine schier grenzenlose Datenmenge managen und daraus Mehrwert generieren kann.

Datensilos aufbrechen und Datenmanagement revolutionieren

Zusammen mit MHP fand man diese nahezu allumfassende Lösung in KVM. Das Konsolidierte Versuchs- und Messdatenmanagement ist eine Cloud-Plattform in Microsoft Azure und basiert auf Microservices. Hiermit gelang es Porsche, Daten und Metadaten einfach zu erfassen, deren Speicherung, Verwaltung und Auswertung über mehrere Abteilungen effizient zu gestalten, sowie alle diese Daten jederzeit verfügbar zu machen. Das alles ist eingebettet in eine zukunftsgerichtete Plattformstrategie. Datensilos wurden aufgebrochen oder kamen gar nicht erst zustande, indem dezentralisierte Laufwerke und Server gegen zentralisierte Azure-Cloud-Lösungen ausgetauscht wurden.

In diesem befreiten Umfeld lassen sich Machine Learning und KI anwenden, um größere und komplexere Datenmengen zu analysieren, schnellere und exaktere Ergebnisse sowie vollkommen neue Erkenntnisse zu liefern. Dies ermöglicht es, neues gewinnbringendes Potenzial zu entdecken und noch unbekannte Risiken zu minimieren oder sogar gänzlich zu vermeiden. Vorgaben bezüglich Data Governance und Compliance, Datensicherheit und DSGVO können einfach umgesetzt und gewährleistet werden, so dass sich Mitarbeiter und Entwickler intensiver auf ihre Kernaufgaben fokussieren können.

KVM-Implementierung fördert agile Arbeitsweisen

Dank einer flexiblen Unterstützung der Mitarbeiter ließ sich dieser technologische Evolutionsschritt reibungslos realisieren. Das bisherige technische Rahmengerüst und die etablierten Arbeits- und Entwicklungsmethoden führten zwar immer zu qualitativ hochwertigen Ergebnissen.

Für den Weg dorthin gab es aus datentechnischer Perspektive aber immer Optimierungsmöglichkeiten, um alle Arbeitsprozesse noch effizienter zu gestalten. Die erforderliche agile Arbeitsweise wurde von den Mitarbeitern schnell aufgenommen und im Arbeitsalltag integriert.

Diverse Workshops zur anpassungsfähigen, schnellen, flexiblen und effektiven SCRUM-Methode und eine transparente Kommunikation konnten dies sogar noch weiter erleichtern. Technologie, Software, Methodik und Mensch gingen also Hand in Hand, um KVM letztendlich erfolgreich zu implementieren.

Effizient die Komplexität der Zukunft meistern

Zu dieser positiven Entwicklung und vor allem zur Bereitschaft der Veränderung trugen auch ein Live-Event zur Bekanntheits- und Akzeptanzsteigerung bei, sowie ein interdisziplinäres und agiles ONE-Team, das mehrere Fachbereiche sowie IT-Abteilungen der Porsche AG und MHP umfasst. Dank dieser essenziellen Schritte betrug der Speed-to-Market von der Vorstudie bis zur produktiven Cloud-Plattform und der Bereitstellung erster Use Cases weniger als 18 Monate.

Die Use Cases umfassen verschiedenste Bereiche wie Fahrzeugakustik und Geräuschmessung, Kalibrierdatenmessung, Emissionen im Innenraum, Abgasdatenbank, Motorenprüfstände sowie Aerodynamik. Anstatt sich zusätzlich auf das Datenmanagement zu fokussieren, kann sich das Innovationszentrum nun auf seine eigentlichen Aufgaben und auf kreative Lösungen konzentrieren. Damit wurde eine Grundlage geschaffen, mit der Porsche noch schneller und effizienter die Komplexität der Zukunft meistern und auf neue Herausforderungen reagieren kann. Und das alles bei einer gleichbleibenden Qualität.

Fazit: Daten-Multitalent KVM löst übergreifende Herausforderungen

„Das ist der Wahnsinn, genau so etwas haben wir gebraucht!“, schwärmt ein Applikateur zum Proof of Concept „Virtuelle Sensoren“. Nicht ohne Grund: Dank der flexiblen Technologiebausteine und Skalierbarkeit der KVM-Plattform kann die PAG Weissach jeglichen Herausforderungen in der Entwicklung mit noch mehr Selbstvertrauen begegnen.

Mithilfe von MHP ist das Entwicklungszentrum nun noch besser auf Herausforderungen mit der Integration verschiedener Systemlandschaften, Data Governance, Cloud-Architektur, Datenmanagement und -analysen, KI und Machine Learning sowie individuellen Frontend-Applikationen eingestellt.

Mittlerweile wird mit der KVM-Plattform eine Datenmenge von mehr als 250 TB gemanagt, die von rund 1.400 Mitarbeitern in 20 Abteilungen genutzt werden kann. Bisher wurden 24 Use Cases umgesetzt.


Dr. Bruno Kistner – Leiter Datengetriebene Entwicklung / KVM Technische Projektleitung, Porsche

„Ich bin davon überzeugt, dass der Erfolg der Zukunft in den Daten liegt. Nur derjenige, der die Daten intelligent managt und auswertet, wird den Mehrwert generieren können, der einem die Möglichkeiten der Zukunft erschließt. Mit KVM haben wir uns nun die Grundlage für Mess- und Versuchsdaten geschaffen, genau dies umsetzen zu können. Im Rahmen einer Gesamtstrategie haben wir nun eine Analyseplattform verwirklicht, so dass die Daten 24/7 zur Verfügung stehen, konsistent sind und so analysiert werden können, dass alle Informationen erkannt werden, die bisher unentdeckt blieben.“


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