Ein globales Template für skalierbare SAP-Transformation
Wie NETZSCH gewachsene Prozess- und Systemlandschaften harmonisiert und die Grundlage für internationale S/4HANA-Rollouts schafft.


NETZSCH harmonisiert gewachsene Prozess- und Systemlandschaften mit einem globalen Template für mehr Transparenz, Standardisierung und Skalierbarkeit.
Von gewachsenen Systemen zu einer globalen Prozesssprache
NETZSCH ist als international aufgestelltes Industrieunternehmen mit Produktionsstandorten in mehreren Ländern tätig. In der Business Unit Pumpen & Systeme wollte NETZSCH die Grundlage für stärker harmonisierte und international anschlussfähige Prozesse schaffen. Ausgangspunkt ist eine über Jahre gewachsene ERP- und Prozesslandschaft mit verschiedenen Systemen wie SAP S/4HANA, SAP Business One oder TOTVS.
Für NETZSCH war damit der nächste Entwicklungsschritt erreicht: Die internationale Organisation sollte nicht nur technologisch anschlussfähig sein, sondern auch auf einer gemeinsamen Prozessbasis arbeiten können. Ohne diese Grundlage wären künftige Rollouts stärker von lokalen Einzellösungen, zusätzlichem Abstimmungsaufwand und begrenzter Vergleichbarkeit zwischen Standorten geprägt gewesen.
Die Aufgabe war entsprechend anspruchsvoll: Ziel war es, ein harmonisiertes SAP-S/4HANA-Template als Grundlage für die zukünftigen internationalen Rollouts zu entwickeln, Prozesse zu standardisieren und eine durchgängige Transparenz sowie Steuerbarkeit auf Gruppenebene zu schaffen. Gleichzeitig mussten lokale Anforderungen berücksichtigt werden – insbesondere in Märkten mit hoher regulatorischer Komplexität wie Brasilien und Indien.

Wenn lokale Prozesswelten die Steuerbarkeit begrenzen
Die zentrale Herausforderung liegt in der internationalen Gesamtstruktur. Standorte arbeiten mit unterschiedlichen Systemen, lokal geprägten Abläufen und jeweils eigenen regulatorischen Anforderungen. Besonders in Brasilien und Indien sind gesetzliche Vorgaben rund um Warenbewegungen, Steuern und Dokumentation zu berücksichtigen. Damit steht NETZSCH vor der Aufgabe, globale Einheitlichkeit zu schaffen, ohne notwendige lokale Unterschiede zu übergehen.
Deshalb ist es entscheidend, globale Standardisierung nicht gegen lokale Realität auszuspielen. Ein Template muss Orientierung geben, darf aber nicht als starre Headquarter-Vorgabe funktionieren. Rechtliche Anforderungen müssen erfüllt werden; wo lokale Abweichungen notwendig sind, sollen sie strukturiert identifiziert und sauber in den Rollout überführt werden.
Der Anspruch war damit klar: NETZSCH brauchte eine globale Prozessbasis, die Standardisierung ermöglicht, aber lokale Anforderungen nicht ausblendet. Genau daraus entstand der Kern des Projekts – eine gemeinsame Blaupause für SAP S/4HANA, die global anschlussfähig ist und zugleich genügend Flexibilität für standortspezifische Anforderungen bietet.
Ein globales Template
Der entscheidende Hebel war, das Template nicht als Kopie eines bestehenden Standorts zu entwickeln. Stattdessen entstand eine neutrale globale Blaupause, an der sich künftige Rollouts orientieren können. Jeder Standort wird daran gespiegelt: Welche Prozesse passen bereits zum globalen Standard, wo sind Anpassungen sinnvoll und wo müssen lokale Anforderungen bewusst berücksichtigt werden?
Der zentrale Ansatz war Refinement: MHP setzte nicht auf eine vollständige Neuimplementierung, sondern auf die gezielte Weiterentwicklung bestehender Prozesse. Funktionierende und standardnahe Abläufe konnten so übernommen werden. Wo Optimierungspotenziale bestanden, wurden Prozesse angepasst, stärker am SAP-Standard ausgerichtet und für die globale Nutzung harmonisiert.
Damit passte der Ansatz zur Ausgangslage von NETZSCH. Das Unternehmen hatte mit SAP S/4HANA bereits technologische Grundlagen geschaffen, wollte nun aber die Prozessseite konsequent weiterentwickeln. Aus bestehenden Strukturen entstand so eine skalierbare Template-Logik, die gut funktionierende Prozesse mit einheitlichen Datenmodellen und standardisierten Arbeitsweisen verbindet.
End-to-End schafft Mehrwert in der Wertschöpfungskette
Die Umsetzung folgt einem durchgängigen End-to-End Prozessgedanken, etwa durch die Projektorganisation in End-to-End Streams wie bspw. Source-to-Pay, Lead-to-Cash oder Plan-to-Produce. Diese Prozesse lösen funktionale Silos auf und fördern stattdessen einen gesamtheitlichen Blick auf einen Prozess von Anfang bis Ende. MHP strukturiert diese Logik in drei Ebenen: von übergeordneten End-to-End-Abläufen über größere Prozessbereiche bis hin zu konkreten Arbeitsschritten.
Globale Zusammenarbeit beginnt mit Beteiligung
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist die aktive Einbindung der internationalen Standorte. Das Template wurde nicht als Top-down-Vorgabe des Headquarters entwickelt, sondern als gemeinsames Modell, in das Erfahrungen und Prozesslogiken aus verschiedenen Ländern einfließen konnten.
Das Change-Management war dabei integraler Bestandteil des Projekts. Durch transparente Kommunikation, starkes Sponsorship und die enge Zusammenarbeit über Standorte hinweg wurde die Einbindung aller relevanten Stakeholder sichergestellt. Die Projektzufriedenheit lag bei 4,6 von 5 über mehr als 100 Projektmitglieder hinweg – ein wichtiger Beleg dafür, dass das Template nicht nur fachlich erarbeitet, sondern auch organisatorisch getragen wurde.
„Mit MHP hatten wir im Projekt HORIZON einen Partner, der sowohl methodisch als auch fachlich überzeugt hat. Die ausgeprägte Expertise in S/4HANA-Themen, das professionelle Change-Management und die klar strukturierte Projektmethodik haben uns wesentlich unterstützt. Gemeinsam haben wir ein globales Template erarbeitet, das nun eine belastbare Grundlage für die internationalen Rollouts bildet. Die Zusammenarbeit war jederzeit offen, lösungsorientiert und von echtem Teamgeist geprägt.“


Eine getestete Grundlage für internationale Rollouts
Mit dem globalen SAP-S/4HANA-Template hat NETZSCH eine einheitliche Prozessbasis für die weitere internationale Skalierung geschaffen:
- 9 globale End-to-End-Prozesse im Template umgesetzt
- 515 Level-3-Prozesse dokumentiert
- 1.335 Test Cases erfolgreich abgeschlossen
- Eine gemeinsame Prozesssprache über Standorte hinweg etabliert
- Transparenz und Steuerbarkeit über Ländergrenzen hinweg erhöht
- Globale Anforderungen strukturiert und in eine Template-Logik umgesetzt.
Das Ergebnis ist eine getestete Grundlage für kommende Rollouts, die globale Standardisierung ermöglicht und zugleich standortspezifische Anforderungen gezielt berücksichtigt.
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MHP unterstützt Unternehmen dabei, gewachsene SAP-S/4HANA-Landschaften strategisch weiterzuentwickeln, Prozesse global zu harmonisieren und lokale Anforderungen strukturiert in internationale Rollout-Modelle zu integrieren.

