Schaffen Sie Transparenz in Ihrer Automotive Value Chain – fünf Schritte für eine automatisierte Bewertung der Umweltauswirkungen

Im Jahr 2011 veröffentlichten 20 % der Unternehmen der S&PP500 einen Nachhaltigkeitsbericht, 2019 waren es bereits 90 %. Heutzutage sind Unternehmen, die transparente Berichte über ihre Umweltauswirkungen veröffentlichen, die Norm.

Der Einsatz der Lebenszyklusanalyse (kurz: LCA, Life Cycle Assessment) vereinfacht die Bewertung von Umweltauswirkungen und unterstützt Unternehmen bei der Messung, Verwaltung und Berichterstattung über die Gesamtauswirkungen auf die Umwelt.

Die LCA ist eine präzise Methode, die den Unternehmen deutlich macht, welchen negativen Einfluss ihre Produkte auf die Umwelt haben und ermöglicht dadurch, in Zukunft umweltfreundlicher zu agieren.

Lebenszyklusanalysen auf Produktebene stellen eine individuelle Bewertung darüber dar, wie sich der Lebenszyklus eines bestimmten Produkts in einer Reihe von Kategorien auf die Umwelt auswirkt – vom Klimawandel bis zur Ausdünnung der Ozonschicht und vieles mehr.

Die ambitioniertesten Unternehmen möchten eine Lebenszyklusanalyse für jedes Produkt in ihrem Portfolio durchführen.

Produktspezifische Lebenszyklusanalysen sind eine Reaktion auf vier zentrale Druckpunkte, mit denen die Offenlegung von Umweltauswirkungen erhöht werden soll:

  • Umweltbewusstes Verbraucherverhalten – Verbraucher möchten über die Umweltauswirkungen der von ihnen gekauften Produkte informiert werden
  • Risikoarme Investitionen – Investoren möchten sicherstellen, dass ein Unternehmen nicht auf Produkten basiert, die ein hohes Risiko für die Umwelt darstellen

„Unternehmen unterliegen einer Verantwortung und einem wirtschaftlichen Gebot, den Aktionären ihre Bereitschaft klar zu vermitteln.“ Larry Fink, CEO des weltweit größten Vermögensverwalters Blackrock.

  • Regulierung – Da immer mehr Länder gesetzlich verbindliche Klimaziele festlegen, steigt der regulatorische Druck auf Unternehmen, ihren CO2-Fußabdruck zu verringern
  • Interne Entscheidungsfindung – Führungskräfte müssen sich darüber im Klaren sein, wie sie auf diese drei Druckpunkte von Produkt zu Produkt reagieren sollen

Die Automobilbranche steht vor neuen Herausforderungen in Bezug auf die vier genannten Druckpunkte. Der Schwerpunkt der Branchendiskussion geht mittlerweile weit über die direkten Emissionswerte hinaus und beleuchtet die Umweltauswirkungen von Automobilprodukten über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Eine ganzheitliche Bewertung der Umweltauswirkungen dieser Produkte muss alle Hauptbestandteile des Produkts abdecken, einschließlich derjenigen, die aus der vorgelagerten Lieferkette stammen, wie z. B. synthetische Materialien. Um der steigenden Nachfrage nach Lebenszyklusanalysen für Automobilprodukte gerecht zu werden, stehen Lieferanten in der Automobillieferkette unter zunehmendem Druck, Umweltdaten für jedes einzelne von ihnen zur Verfügung gestellte Produkt bereitzustellen.

So nützlich Lebenszyklusanalysen auch sind: um der Branche zu nutzen, müssen sie sowohl präzise als auch leicht im großen Maßstab zu erstellen sein.

Diese beiden Aspekte sind lange Zeit schwer zu meistern gewesen, hauptsächlich aufgrund von Problemen im Zusammenhang mit den Daten, auf die sich Produktlebenszyklusanalysen stützen.

Daten, die den gesamten Lebenszyklus eines Produkts genau abbilden, einschließlich der bekanntermaßen undurchsichtigen Lieferketten (sogenannte Scope 3-Emissionen), waren bisher fast unmöglich zu erfassen. Darüber hinaus erwies sich die Integration von Daten aus den vielen verschiedenen Phasen des Produktlebenszyklus, einschließlich der Phasen der vorgelagerten Lieferkette, ebenfalls als schwierig.

Kurz gesagt ist die manuelle Bewertung von Auswirkungen des Lebenszyklus jedes Produkts des gesamten Produktportfolios so zeitaufwändig und kompliziert, dass diese oft nicht praktikabel ist.

Es sind jedoch zunehmend automatisierte LCA-Tools verfügbar, die repräsentative Daten und die automatische Datenerfassung für ganze Produktportfolios kombinieren.

MHP und Carbon Minds haben gemeinsam mit GFAI ein umfassendes Tool für die automatisierte Produktlebenszyklusanalyse auf Portfolioebene entwickelt. Das Tool basiert auf einem fünfstufigen Prozess:

IMPORTIEREN VORHANDENER DATEN
Ein Unternehmen importiert bereits vorhandene Daten aus unterschiedlichen Formaten, geografischen Standorten und Systemen (z. B. Enterprise Resource Planning-Systemen). Aus diesen Daten erstellt das Tool eine neue, einheitliche Datenbank.

SCHLIESSEN VON DATENLÜCKEN
Die meisten Unternehmen erfassen wirtschaftlich relevante Daten, nicht aber Umweltdaten. Das Tool schließt diese Lücke mit hochpräzisen Schätzungen. Für diese Schätzungen sind lediglich vorhandene Prozessdaten erforderlich – die automatische Modellierung schätzt dann die direkten Emissionen zusammen mit weiteren Emissionen, z. B. solche aus der Müllverbrennung.

IMPORTIEREN VON LIEFERKETTENDATEN
Bei einem fertigen Produkt stammen bis zu 90 % der Umweltauswirkungen aus der Lieferkette. Um diese Auswirkungen mit einzubeziehen, importiert das Tool Daten aus einschlägigen Lebenszyklusdatenbanken wie cm.chemicals von Carbon Minds und anderen.

AUTOMATISIERUNG DES TOOLS
Zur Ausführung des Tools installieren wir ein sicheres Softwaresystem und füllen es dann mit dem oben beschriebenen Datensatz. Um die Daten danach weiterhin automatisch zu importieren, verbinden wir das System mit den internen Datenquellen des Unternehmens. Damit ist das automatisierte Bewertungssystem für Umweltauswirkungen einsatzbereit.

ERSTELLUNG UND FREIGABE VON CO2-FUSSABDRÜCKEN FÜR PRODUKTE
Das Unternehmen kann das Tool zur Erstellung der benötigten Produktlebenszyklusanalyse verwenden. Um die Ergebnisse zu teilen, erstellt das Tool intuitive Grafiken, welche nahtlos auf eine Online-Plattform hochgeladen werden, auf der interne und externe Stakeholder die LCA-Ergebnisse des Produkts einsehen können.

Mit einem automatisierten Tool zur Bewertung des Produktlebenszyklus wie diesem werden repräsentative Daten kombiniert, um präzise und produktspezifische Lebenszyklusanalysen für ganze Produktportfolios zu erstellen.

In Zukunft werden so Führungskräfte in Unternehmen in der Lage sein, auf den Druck von Verbrauchern, Investoren und Aufsichtsbehörden in diesen entscheidenden Jahren der Klimakrise zu reagieren.

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Veröffentlicht am: 25.11.2021
Autoren: Arne Kätelhön, Michael Wiegand

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Arne Kätelhön
Mitbegründer und Managing Director | Carbon Minds

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Michael Wiegand
Head of Service Unit Intelligent Software | Data & Technology

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