MEALLY: Nachhaltiger Umgang mit Lebensmitteln

Irgendwie ist es ja jedem klar – der Blick auf die genauen Zahlen ist aber dann doch erschreckend: In Deutschland landen jährlich rund 13 Millionen Tonnen Lebensmittel im Abfall. Dazu tragen auch Kantinen und Mensen bei. Etwa ein Drittel des hier angebotenen Essens wird weggeschmissen. Das ist aufgrund des Hungers auf der Welt nicht nur ein abstraktes ethisches Problem. Die Verschwendung hat auch konkrete negative Auswirkungen. Denn würden nur so viele Gerichte zubereitet werden, wie wirklich konsumiert werden, würde das das Treibhauspotenzial (Global Warming Potential, GWP) deutlich senken. Kein Wunder also, dass die Vereinten Nationen das Ziel formuliert haben, bis 2030 die Reduzierung der Verschwendung von Lebensmitteln um 50 Prozent pro Jahr zu senken.

Für uns als Consulting-Unternehmen war all das ein guter Grund, gemeinsam mit den Studierenden der Masterstudiengänge Life Cycle & Sustainability und Information Systems an der Hochschule Pforzheim einen technologiebasierten Ansatz zu entwickeln, mit dem sich die Nachhaltigkeit in Kantinen und Mensen steigern lässt. Dabei sind wir sehr systematisch vorgegangen: Im ersten Schritt haben wir eine Nutzenanalyse durchgeführt und so die Anforderungen an eine Anwendung bestimmt. In Schritt zwei folgte die Analyse eines typischen Kantinen- bzw. Mensa-Prozesses, um die wesentlichen Schwachstellen aufzudecken, die zu Verschwendung und zu einem hohen GWP führen. Auf dieser Basis haben wir dann Soll-Prozesse entwickelt, die auf einen Algorithmus zur besseren Planung aufsetzten. Im dritten Schritt nahm wir eine Nachhaltigkeitsbewertung vor, indem wir das GWP verschiedener Gerichte bilanziert haben. Das Herzstück des Projektes war in Schritt vier die Realisierung des Algorithmus selbst. Dieser soll – abhängig von unterschiedlichen Einflussfaktoren – prognostizieren, welche Gerichte in welchen Mengen nachgefragt werden. Die Betreiber von Kantinen und Mensen sind damit in der Lage, nachhaltig und gleichzeitig ökonomisch sinnvoll zu arbeiten. Wir sind überzeugt, dass diese Möglichkeit auch für viele Kunden von MHP attraktiv ist – schließlich betreiben sie meist große Kantinen.

Nutzen von MEALLY zeigt sich bei ADMEDES

Wie gut schon der Prototyp funktioniert, zeigen die Erfahrungen aus der Kantine von ADMEDES. Der in Pforzheim ansässige Hersteller von medizinischen Produktkomponenten wurde von Beginn an in das Projekt einbezogen, lieferte wertvolle Impulse aus der Praxis und stellte Daten bereit, um den Algorithmus zu trainieren. Schließlich wurde MEALLY bei dem Unternehmen eingesetzt. Und das sehr erfolgreich. So zeigte sich schon zu Beginn, dass ADMEDES bei der Müllvermeidung bereits auf einem sehr guten Weg war. Mithilfe von MEALLY konnten die Abläufe im Mitarbeiterrestaurant dann noch nachhaltiger gestaltet werden. Ein weiterer Mehrwert: Auf Basis von präzisen Vorhersagen können nun auch die Lebensmittelbestellungen schneller und zielgerichteter abgewickelt werden. Außerdem hat das Projekt noch einmal dafür sensibilisiert, wie wichtig Nachhaltigkeit insgesamt ist und welche zentrale Rolle digitale Technologien in diesem Zusammenhang spielen.

Für uns ist das Projekt mit der Hochschule Pforzheim gleich aus zwei Gründen eine großartige Erfolgsgeschichte. Erstens wegen des unmittelbaren Beitrags, den wir mit MEALLY leisten – bei ADMEDES und bei allen weiteren Unternehmen, die die Software einsetzen wollen. Und zweitens, weil anhand dieses Use Cases deutlich wird, wie gut sich ethische und ökonomische Ziele miteinander verbinden lassen. Für die Verantwortlichen in Unternehmen sollte das eine großartige Motivation sein, mehr soziale Verantwortung zu übernehmen.

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Veröffentlicht am: 15.12.2020
Autor*innen: Christina Gröger, Max Stieper

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Christina Gröger
Idea Owner für MEALLY, Cluster Data & Technology

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