Die nachhaltige Entwicklung von Stadtquartieren

Die vergangenen Monate haben uns alle vor eine ganze Reihe von beachtlichen Herausforderungen gestellt: Wir mussten unsere Freiheiten ein Stück weit einschränken, haben unsere sozialen Kontakte drastisch reduziert und konnten zahlreiche Orte nicht mehr einfach so aufsuchen. Gleichzeitig beobachte ich in meinem persönlichen Umfeld, wie wir auf einmal viel lokaler denken und handeln als vor Beginn der Corona-Krise. Die Nachbarschaft und das eigene Stadtquartier gewinnen als soziale Communities wieder an Bedeutung. Und nebenbei führt das auch noch zu deutlich mehr Nachhaltigkeit, weil wir häufiger das Fahrrad nutzen oder uns zu Fuß fortbewegen. Für mich stellt sich deshalb die Frage, wie wir nachhaltiges Handeln – insbesondere in Nachbarschaften und Stadtquartieren – langfristig beibehalten und sogar noch weiter ausbauen können.

Ein wichtiger Teil der Antwort heißt: mithilfe der Digitalisierung. Wir sind es gewohnt, dass unser Alltag zu einem erheblichen Teil in der digitalen Welt stattfindet. Dafür nutzen wir häufig die Tools der bekannten Global Player – von Amazon über Google bis Uber. Die Dienste sind komfortabel und meist auch mit Blick auf die Kosten attraktiv. Regionale oder gar lokale Besonderheiten berücksichtigen sie aber nur selten.

Quartiers-Apps vernetzen lokale Player

Anders ist das bei Quartiers-Apps, die vor allem von Wohnungsunternehmen für die Bewohnerinnen und Bewohner entwickelt werden. Die super-lokalen Anwendungen stellen zum Beispiel einen digitalen Marktplatz zur Verfügung, über den die vor Ort ansässigen Händler und Handwerker ihre Produkte und Dienstleistungen vertreiben und einen Lieferservice koordinieren können. Die ohnehin bestehenden lokalen Geschäftsbeziehungen werden so zum Teil und sehr einfach in die digitale Welt verlagert. In der analogen Welt sind kurze Lieferwege ein großer Vorteil, die dann auch noch mit Lastenrädern zurückgelegt werden, was den Verkehr und damit auch die Emissionen reduziert.

Insgesamt spielt die Art der Mobilität für die nachhaltige Entwicklung von Stadtquartieren eine große Rolle. Dabei sind Quartiers-Apps eine große Hilfe, die einen lokalen Mobilitätsmarktplatz organisieren und so den Bewohnerinnen und Bewohnern einen Alltag ohne eigenes Auto ermöglichen. Sie können zum Beispiel umweltfreundliche Verkehrsmittel, die an verschiedenen Mobilitätsstationen im Quartier bereitstehen, über die App buchen. Oder die Bewohnerinnen und Bewohner vereinbaren über die App gemeinsame Fahrten.

Kommunen können auch ganz gezielt Anreize für nachhaltiges Verhalten schaffen und dieses belohnen. Und damit gleichzeitig die lokale Wirtschaft stärken. Für Bewohnerinnen und Bewohner, die beispielsweise häufig das Fahrrad anstelle des Autos nutzen, könnte es besondere Angebote beim Bäcker, im Buchladen oder beim Friseur geben. Solche Gamification-Ansätze lassen sich mit Quartiers-Apps problemlos realisieren.

Vernetzung schafft Identifikation

Um Quartiers-Apps erfolgreich zu entwickeln, müssen Wohnungsunternehmen ihre Mieterinnen und Mieter als Kunden begreifen, für sie relevante Use Cases konzipieren und diese konsequent mit überzeugender User Experience umsetzen. So werden mithilfe von lokalen Services und durch die Vernetzung von Bewohnerinnen und Bewohnern nachhaltige Kundenbeziehungen aufgebaut, die auch die Identifikation mit dem jeweiligen Stadtquartier erhöhen. Quartiers-Apps bringen die Mieter- und die Vermieterseite näher zusammen und eröffnen einen großen Gestaltungsspielraum, der sich über die unterschiedlichen Lebensräume Wohnung, Quartier und Stadt erstreckt. So sind die Apps ein wichtiger Baustein für die nachhaltige Entwicklung von Stadtquartieren: Und sie helfen dabei, dass Mieterinnen und Mieter ihr eigenes Handeln im Sinne der Nachhaltigkeit besser verstehen und entsprechend verändern können. Außerdem steigern sie die Wohnzufriedenheit.

Bei MHP werden wir in Projekten zur nachhaltigen Entwicklung von Stadtquartieren von den Experten von Volkswagen Immobilien unterstützt. So können wir ein ganzheitliches Portfolio anbieten – von der Grundstücksentwicklung bis zur Realisierung von digitalen Services.

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Veröffentlicht am: 27.11.2020
Autor: Björn Maaß

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Björn Maaß
Manager, Intelligent Mobility

Ein “Better Tomorrow” geht nicht ohne…:
… die Berücksichtigung unserer persönlichen User Journey. Nachhaltiges Handeln sollte unseren Alltag erleichtern und uns nicht vor Herausforderungen stellen. Digitale Technologien unterstützen uns dabei, unsere Gewohnheiten im Sinne der nächsten Generationen zu verändern.

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… Zeit an der frischen Luft.

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